Projekt "Wildbienenbiotop am Lehrbienenstand"



In den Jahren 2024 und 2025 hat sich der Bezirksbienenzüchterverein Murrhardt e.V. verstärkt einem Projekt gewidmet, das ihm neben der Zucht von Honigbienen schon länger am Herzen liegt: dem Schutz von Wildbienen und anderen wild lebenden Insekten. Es ist an der Zeit, dass auch wir Imker uns nicht nur um unsere Honigbienen kümmern, sondern um das gesamte Insektenwesen.
Bei den Überlegungen und der Motivation zu diesem Projekt war uns bewusst, dass sich unsere Interessen künftig nicht mehr nur um Honigbienen drehen dürfen. Vielmehr muss der Insektenschutz insgesamt im Mittelpunkt stehen. Mit dem Beschluss, an unserem Lehrbienenstand ein Refugium für viele Insekten und Käfer zu schaffen, wollten wir allgemein die Bedeutung von Insekten sowie deren Bestäubungsleistung deutlich sichtbar machen. Gleichzeitig wollten wir zeigen, wie einfach und wertvoll es ist, Futterpflanzen zu schaffen und Nistmöglichkeiten anzubieten. Nicht zu vergessen: Mit diesem Ansatz lässt sich die Problematik von Insektiziden reduzieren. Wenn viele mitmachen oder es nachmachen, entstehen zahlreiche „Trittsteine“, die ökologische Nischen vernetzen und dem Aussterben ganzer Arten vorbeugen.
Das Projekt wurde gefördert von der Regionalentwicklung Schwäbischer Wald e.V., einer dem Ministerium für Ernährung, Ländlicher Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg angegliederten Einrichtung, gemäß der VwV Förder-ILE-Richtlinie aus dem Leader-Regionalbudget für Kleinprojekte.
Auf dem Lehrbienenstand umfasst das Wildbienenprojekt eine Blühfläche mit umlaufender Wegbegrenzung („Wall“), der mit heimischen Wildstauden bepflanzt wurde. Außerdem entstand ein Sandarium als Nistflächenangebot für bodennistende Wildbienen, eine „Käferburg“, ein Haufen Totholz bzw. Mulch in unterschiedlichen Verwitterungsgraden als Lebensraum für Wildbienen und andere Insekten sowie eine Benjes-Hecke. Die umfangreichen Arbeiten führten Fachfirma ReNature und engagierte Vereinsmitglieder durch.
Das Projekt realisierte sich in zwei Phasen: Die erste Phase erfolgte im Jahr 2024, in der die oben beschriebenen Baumaßnahmen umgesetzt wurden. In der zweiten Phase, 2025, wurde das Projekt um einen Lehrpfad erweitert. Rund um das gesamte Gelände entstand ein Pfad, ergänzt durch Stellwände mit Informationstafeln. Ziel ist es, ökologische, Umwelt- und Naturschutzbildung zu ermöglichen – sowohl für Wildbienen als auch für die Bienenhaltung/Imkerei.
Besuch und Vermittlung: Der Lehrpfad steht der gesamten Bevölkerung offen. Führungen sind vorgesehen, z. B. für Schulklassen oder interessierte Vereine. Dabei zeigen wir, wie einfache Maßnahmen auch zuhause – im Garten oder auf dem Balkon – zu Umwelt- und Naturschutz sowie Artenvielfalt beitragen können (Multiplikationseffekt).
Hinweis zur Förderung: Am Ende jeder Phase überreichten Vertreterinnen der Regionalentwicklung Schwäbischer Wald e.V. dem Verein Förderplaketten. In Anwesenheit der Überbringerinnen wurden diese an exponierter Stelle des Lehrpfads befestigt. Die Übergabe der zweiten Plakette erfolgte am 19.11.2025

Das Projekt wurde in 2024 und 2025 von der Regionalentwicklung Schwäbischer Wald gefördert. – Herzlichen Dank dafür.
https://www.leader-schwaebischerwald.de/startseite
Ebenso erhielten wir von örtlichen Akteuren (Bürgermeister, Förster) viel Unterstützung. – Auch hier: herzlichen Dank!
https://www.murrhardt.de/willkommen
Fachkundige Unterstützung in der Umsetzung erhielten wir von der Firma renature Garten, Löchgau.
https://www.renature-garten.de/
Wer sich einen ersten Eindruck vom Erreichten verschaffen mag, verweisen gerne hier dieses youtube-Video.
https://www.youtube.com/watch?v=y1MMY_l0jjM

Zusätzliche Informationen: Im Jahr 2024 hat der Bezirksbienenzüchterverein Murrhardt e.V. beschlossen, das von der Stadt Murrhardt zur Verfügung gestellte Gelände des Lehrbienenstandes aufzuwerten.
Ziel bis zum 100-jährigen Jubiläum des Vereins im Jahr 2027 ist es, Vorzeigbares und Nachahmenswertes zu schaffen – für die Bienenhaltung, für Wildbienen und generell im Sinne einer größeren Achtsamkeit im Umgang mit Insekten.
Das gemeinsam Geschaffene kann helfen:
- mehr Mitglieder zu gewinnen,
- den Stolz auf den Verein sowie das Engagement seiner Mitglieder zu stärken,
- langfristig zum Nach- und Mitmachen bei der Gestaltung des eigenen Gartens einzuladen,
- den ganzheitlichen Blick bei der Bienenhaltung und -pflege zu fördern.


